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Die dunklen Punkte auf Chinakohl sehen dramatischer aus, als sie sind. Viele Kundinnen und Kunden denken an Schimmel oder Schädlingsbefall, wenn kleine schwarze Sprenkel entlang der Blattadern oder an den Rändern sitzen. Fachlich steckt dahinter meistens eine harmlose Erscheinung: Pepper Spot oder sogenannte Nekrosen, also abgestorbene Zellen. Das hat mit Anbau, Sorte und Lagerbedingungen zu tun und ist vor allem ein Optik-Thema. Wichtig: Nase und Gefühl nutzen. Riecht der Kohl frisch, sind die Blätter knackig und trocken, spricht nichts gegen den Verzehr. Nur wenn Schleim, muffiger Geruch oder pelzige Beläge auftreten, heißt es aussortieren. Wir erklären Ursachen, Lager-Tricks und zeigen, wie du den Kohl trotzdem genial einsetzt.
Das Phänomen hat mehrere Namen: Pepper Spot, Black Speck, Innenrippen- oder Blattrandnekrose. Gemeint sind winzige, dunkelbraune bis schwarze Punkte in den weißen Rippen oder an den Blatträndern. Botanisch betrachtet handelt es sich um abgestorbene oder verholzte Zellen, die punktuell dunkel erscheinen. Das ist eine physiologische Veränderung, keine ansteckende Krankheit. Gesundheitlich gilt sie als unproblematisch.
Die Entstehung hängt von mehreren Faktoren ab: Sorte, Witterung, Nährstoffversorgung und Lagerbedingungen. Fachquellen ordnen Pepper Spot und ähnliche Erscheinungen (z. B. Black Midrib) den Lager- und Anbaustörungen zu, die nicht immer eindeutig erklärbar sind. Die dunklen Punkte („Pfefferflecken“, Blattrand-/Innenrippennekrose) entstehen vor allem durch einen lokalen Kalziummangel in den Zellen der Blattrippen während sehr schnellen Wachstums. Wenn die Wasserversorgung stark schwankt – Trockenstress, dann wieder viel Wasser – gerät der Nährstofftransport ins Stocken, was die Fleckenbildung begünstigt. Wichtig: Das ist eine natürliche, physiologische Erscheinung, kein Schimmel und gesundheitlich unbedenklich. Wer die Optik stört, schneidet die Punkte einfach weg.
Chinakohl liebt es kalt und feucht: Ideal sind 1–2 °C und > 95 % Luftfeuchte, dann bleibt er lange knackig. Ethylen, das reife Äpfel und anderes Obst abgeben, lässt Kohlblätter schneller gelb werden. Interessant: Laut Postharvest-Forschung verstärkt Ethylen nicht den Pepper-Spot-Befall – getrennt lagern lohnt sich trotzdem, um allgemeine Qualitätsverluste zu vermeiden. Also: Chinakohl ins Gemüsefach, verpackt in eine gelochte Box oder in ein feuchtes Küchentuch, und Obst separat.
Die Verbraucherzentrale bestätigt: Schwarze Punkte am Chinakohl sind gesundheitlich unproblematisch, es handelt sich um verholzte oder abgestorbene Zellen. Ähnlich äußern sich weitere seriöse Quellen. Kurz: unappetitlich für manche, aber essbar.
Pepper Spot: trockene, stecknadelkopfkleine Punkte, ohne Belag, ohne Geruch.
Schimmel: weiche, nasse Stellen, schmierig oder pelzig, muffiger Geruch – bitte entsorgen.
Dunkle Punkte auf Chinakohl sind in der Regel kosmetisch und kein Gesundheitsrisiko. Meist steckt Pepper Spot beziehungsweise eine Nekrose dahinter. Entferne stark betroffene Stellen, wasche den Kohl und nutze ihn wie gewohnt – roh im Salat, gebraten, fermentiert. Für beste Qualität kühl, feucht und getrennt von Obst lagern. So bleibt der Kohl lange knackig und du vermeidest Fehlkäufe oder unnötiges Wegwerfen.
Chinakohl ist ein Kältekünstler: Robust im Feld, aber auch roh, gebraten, gedämpft und fermentiert top – selten kann ein Gemüse so viele Küchenstile bedienen. Außerdem ist Chinakohl der Hauptdarsteller für Baechu-Kimchi, das Nationalgericht Koreas. Ohne ihn gäbe es die ikonische Kimchi-Variante so nicht.
Den Strunk nicht wegwerfen: In ein Glas Wasser gestellt, treibt Chinakohl wieder aus. Kein voller Kopf – aber zarte, essbare Mini-Blätter fürs Topping.
Quellen