Zweinutzungshuhn & Bruderhahn

Zweinutzungshuhn und Bruderhahn

14.11.2016

Das massenhafte Töten männlicher Eintagsküken ist keine Tierquälerei sondern vernünftig. So sieht es zumindest das Oberverwaltungsgericht Münster und argumentiert dabei streng ökonomisch: Das Töten der Küken sei „Teil der Verfahren zur Versorgung der Bevölkerung mit Eiern und Fleisch“ und verstößt somit aus Sicht der Richter nicht gegen das Tierschutzgesetz.

Küken_Bio_Blog

Quelle: www.oekotierzucht.de

Die Bio-Branche und insbesondere die Bio-Verbände Demeter und Bioland sehen dies anders und haben bereits frühzeitig darauf reagiert. 2012 wurde die Bruderhahn Initiative Deutschland gegründet. Das Konzept: Ein Aufschlag von vier Cent pro Ei ermöglicht es den Erzeugern, die männlichen Legehennenküken zu mästen – obwohl es eigentlich unwirtschaftlich ist. Dieser Initiative gehört auch der soziale Ökohof aus Papenburg an, von dem wir all unsere Eier erhalten.

Neben der Aufzucht der männlichen Küken verfolgen engagierte Bio-Unternehmen die Züchtung eines Zweinutzungshuhns. Für diesen Zweck wurde im Mai 2016 die von Bioland und Demeter getragene gemeinnützige Ökologische Tierzucht GmbH, kurz ÖTZ gegründet. Auch wir als Biokistenbetrieb beteiligen uns an der Kampagne der ÖTZ „ 1 Cent für die ökologische Geflügelzüchtung“. Für jedes verkaufte Ei werden wir ab November 1 Cent an die ökologische Tierzucht gGmbH weiterleiten, welche sie dann entsprechend für den Aufbau der Züchtung und Unterhalt des Zuchtstandortes verwendet. Natürlich tragen wir den Mehrpreis und geben diesen nicht an Sie weiter.

Bio-Hennen

Quelle: www.oekotierzucht.de

Über die kommenden 5 Jahre soll auf diese Weise eine neue Geflügelzüchtung – unabhängig von global operierenden industriellen Zuchtstrukturen – von Bauern für Bauern entstehen. Die Tiere einer solchen ökologischen Zweinutzungsrasse sind bestens an ökologische Haltungs-bedingungen angepasst und bilden einen krassen Gegenpol zur konventionellen Zuchtlinie, bei der die Tiere in Käfigen gehalten und für konventionelle Anforderungen getrimmt werden.

Wir hoffen, dass wir mithilfe dieser chancenreichen Initiativen solch wesentliche Dinge in der Naturkostbranche voranbringen können.