Verpackungen in der Biokiste

Verpackungen in der Biokiste

27.07.2016

Es ist mittlerweile erschreckend wie viele Tonnen Obst und Gemüse schon vorverpackt verkauft werden. Sei es die eingeschweißte Gurke oder der Paprika-Mix in der Plastikschale. 60 Prozent des Obstes und sogar 66 Prozent des Gemüses wurden 2014 vorverpackt verkauft. Hinzu kommt, dass die Verpackungen nicht nur mehr werden, sondern auch materialintensiver und die Packgrößen kleiner.

Foto: NABU/K. Istel
Verpackungen in der Biokiste1 Verpackungen in der Biokiste

Auch wir haben uns bereits in der Gründungsphase intensiv mit dem Thema Verpackungen auseinandergesetzt. Wir sind der Meinung, dass der ökologische Aspekt sich nicht nur auf Anbau und Herstellung beschränken darf, sondern sich im gesamten Lebensweg ökologisch erzeugter Lebensmittel wiederfinden sollte.

Aus diesem Grund verzichten wir, soweit möglich, auf unnötiges Verpackungsmaterial im Frischebereich. Ob Äpfel, Möhren, Gurken oder Tomaten. Der überwiegende Teil unserer Obst- und Gemüseerzeugnisse landet lose und unverpackt in Ihrer Biokiste. Nur bei super-sensiblen Produkten wie losem Blattgemüse, Salaten oder Kräutern verwenden wir eine Plastiktüte aus Polyethylen. Dadurch wird der Wassergehalt während des Transportes erhalten und die Ware bleibt länger frisch. Da unsere Bio-Produkte unbehandelt sind, kann aus Mikrofrakturen der Schale in kürzester Zeit ein Schimmelbefall folgen. Aus diesem Grund packen wir äußerst druckempfindliche Produkte in eine Papiertüte und schützen sie so vor dem Umherrollen in der Kiste.

Nun gibt es mittlerweile Plastiktüten aus sogenannten Biokunststoffen. Hierbei unterscheidet man zwischen Kunststoffen auf der Basis nachwachsender Rohstoffe (ungeachtet der Kompostierfähigkeit) und kompostierfähige Kunststoffe (ungeachtet der Rohstoffbasis). Eins vorweg: Biokunststoffe haben gegenüber herkömmlichen Kunststoffen keinen ökologischen Vorteil. Zu diesem Ergebnis kommt eine vor 2 Jahren durchgeführte Studie im Auftrag des Umweltbundesamtes. Anders als bei der Kennzeichnung von Lebensmitteln ist der Begriff „Bio“ im Zusammenhang mit Kunststoffen nicht geschützt. Zudem ist die Herstellung von Bioplastik sehr energieintensiv und mit höheren Treibhausgasemissionen verbunden.

Biokunststoffe basieren häufig auf Maisstärke oder Zuckerrohr. Durch den Anbau und die Verarbeitung dieser Pflanzen versauern nicht nur Böden und Gewässer stärker als durch die Herstellung herkömmlicher Kunststoffverpackungen, es entsteht außerdem eine ethisch fragwürdige Konkurrenzsituation zur Lebensmittelerzeugung. Und auch die angebliche Kompostierbarkeit findet nur unter speziellen Rahmenbedingungen und sehr langsam statt. Somit sind Biokunststoffe aus unserer Sicht momentan leider noch nicht wirklich praxistauglich.

Neuere, in der Erprobungsphase befindliche Ansätze, bei denen pflanzliche Abfälle und lokal erzeugte, nicht für die Lebensmittelherstellung verwendete Nebenprodukte (z. B. Stroh, Holzabfälle) als Rohstoffe herangezogen werden, könnten künftig Vorteile gegenüber herkömmlichen Kunststoffen aufweisen.

Wir werden die Entwicklungen auf diesem Gebiet weiterhin aufmerksam verfolgen.